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Unsere Tochter versteht einfach nicht, was Teilen bzw. Dividieren bedeutet. Das Einmaleins kann sie inzwischen halbwegs. Wie können wir ihr helfen?

Ihre Tochter ist nicht die Einzige, der das Dividieren noch schwerer fällt als das Multiplizieren.
Ganz grundsätzlich sollte das Dividieren erst geübt werden, wenn das Multiplizieren weitgehend sitzt und das Kind verstanden hat, was Multiplizieren bedeutet.

Auch beim Dividieren sollte der erste Schritt immer sein, ein Verständnis für den Rechenvorgang aufzubauen.

Am einfachsten geht das, indem Sie mit Plüschtieren arbeiten, die eigentlich in jedem Kinderzimmer in ausreichender Anzahl (also mindestens 10 Stück) vorhanden sind. Sie können aber auch Autos oder Puppen nehmen. Fangen Sie mit kleinen Zahlen an. Setzen Sie zwei Plüschtiere hin und legen Sie 10 gleiche Dinge (Legosteine, Nüsse, Büroklammern…) auf einen Haufen.

Geben Sie Ihrer Tochter die Anweisung, alles auf dem Haufen gerecht auf die beiden Plüschtiere zu verteilen. Wenn sie die 10 Dinge verteilt hat, lassen Sie sie zählen, wie viele Dinge jetzt jedes Plüschtier hat. Formulieren Sie unbedingt die dazu passende Rechenaufgabe 10:2=5 und lassen Sie Ihre Tochter die Aufgabe wiederholen!

Falls Ihre Tochter sich mit dem Teilen durch 2 noch schwer tun sollte, legen Sie weitere Aufgaben aus dem Einmal-2. Alle Aufgaben sollten aufgehen. Denken Sie daran, immer die passende Rechenaufgabe zu formulieren.

Den meisten Kindern fällt das Teilen durch 2 nicht so schwer, weil das Halbieren ja schon früh eingeführt wird.

Sobald das Dividieren durch 2 verstanden ist, setzen Sie ein drittes Plüschtier dazu und legen Sie nun durch 3 teilbare Haufen. Legen Sie unbedingt auch Haufen mit 24, 27 oder 30 gleichen Dingen und lassen Sie die verteilen!
Helfen Sie dabei so wenig wie möglich.

Lassen Sie Ihre Tochter die passende Rechenaufgabe selber formulieren!

Falls Sie beim Formulieren helfen müssen, machen Sie daraus kein Drama, sondern sagen Sie die Aufgabe ohne weiteren Kommentar. Loben Sie jeden Schritt zum eigenständigen Formulieren der Aufgabe. Ermuntern Sie Ihre Tochter, dass sie es bestimmt auch selber kann!

Schüler, die sich mit dem Teilen schwer tun, haben mitunter nicht verstanden, dass das Teilen von großen Mengen nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie das Teilen von kleinen Mengen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie auch einmal 7, 8 oder 9 Plüschtiere in einen Kreis setzen und eine große Anzahl von Dingen teilen lassen.

Wenn Ihre Tochter verstanden hat, was Dividieren bedeutet, wird es ihr trotzdem noch schwerfallen, Geteiltaufgaben zu lösen. Das ist ganz normal.

Geben Sie ihr den Tipp, nicht lange zu grübeln, sondern sich in Gedanken ganz schnell das passende Einmaleins aufzusagen und dabei ihre Finger aufzuklappen, damit sie weiß, bei wie viel Mal sie ist.

Ihre Tochter darf mit den Fingern mitzählen!

Sonst hat sie möglicherweise das Einmaleins richtig aufgesagt, weiß aber nicht, bei welcher Malaufgabe sie ist. Wenn sie also 64 durch 8 teilen soll, soll sie sich das Einmal-8 aufsagen und dabei ihre Finger aufklappen: 8 – 16 – 24 – 32 – 40 – 48 – 56 – 64. Jetzt sollte sie 8 Finger aufgeklappt haben und kann die Zahl 8 in ihr Heft schreiben.

Falls ihr der Zusammenhang zwischen den aufgeklappten Fingern und der Aufgabe nicht klar sein sollte, legen Sie 64 gleiche Dinge auf einen Haufen und setzen Sie 8 Plüschtiere in einen Kreis. Lassen Sie jedem Plüschtier ein Ding hinlegen und machen Sie Ihrer Tochter bewusst, dass sie jetzt 8 Dinge verteilt hat und jedes Plüschtier eines davon abbekommen hat. Machen Sie den nächsten Stopp, wenn jedes Plüschtier 2 Dinge vor sich liegen hat und so weiter.

Ziehen Sie das einmal durch, bis alles verteilt ist. Das hilft dem Verständnis ganz ungemein!

Lesen Sie zu dem Thema auch den Kummerkastenartikel  Das Einmaleins will einfach nicht!

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