Das höre ich gerade von Jugendlichen immer wieder, wenn Vokabeln, Grammatik- oder Matheübungen nicht wie abgesprochen erledigt wurden.

Wenn ich nachfrage, stellt sich heraus, dass dies meist eine subjektiv durchaus ehrliche Einschätzung ist.
Dieser Zeitmangel hat im Großen und Ganzen drei unterschiedliche Ursachen:

  1. Bestimmte Tageszeiten/Wochentage werden grundsätzlich nicht als mögliche Lernzeit wahrgenommen

  2. Es gibt zu viele feste Termine (Musikschule, Sport, Vereine, Nachhilfe/Lerntherapie…)

  3. Lernen ist nicht oberste Priorität (subjektiv gefühlte Verpflichtungen gegenüber Freunden und Familie gehen in der Regel vor)

Punkt 1: Jugendlichen ist es durchaus zuzumuten, am Wochenende vormittags oder abends Vokabeln zu lernen, sich auf eine Klassenarbeit vorzubereiten, an einer Buchpräsentation oder ein Referat zu arbeiten.

Gerade zu Ende des Schuljahres häufen sich Klassenarbeiten und Referate, so dass sich das Lernen am Wochenende nicht immer vermeiden lässt.
Regelmäßiges, kontinuierliches Lernen kann das abmildern, klappt aber meistens nicht für jedes Fach. Auch eine gleichmäßigere Verteilung der Klassenarbeiten über das Schuljahr wäre natürlich wünschenswert, entspricht aber nicht der Realität.

  • Da müssen die Jugendlichen durch. Freie Zeit sollte es aber trotzdem geben. Machen Sie Ihrem Kind die freie Zeit bewusst, die zur Verfügung steht! Oft wird diese Zeit nicht als freie Zeit wahrgenommen! Oft wird sie auch mit dem Handy verdaddelt.

Punkt 2: Einige Jugendliche haben einen Terminkalender wie ein Manager.

  • Man kann im Leben nicht alles machen. Wer alles Mögliche macht, ist am Ende in Nichts wirklich gut.
    Entscheidungen gehören zum Leben. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei. Achten Sie darauf, dass Freizeitaktivitäten tatsächlich den Wünschen Ihres Kindes entsprechen und nicht in erster Linie Ihren eigenen Vorstellungen. Denn dann ist erneuter Zeitmangel vorprogrammiert.

Punkt 3: Hier wird es schwierig. Denn Verpflichtungen Freunden gegenüber haben bei Jugendlichen entwicklungsbedingt den allerhöchsten Stellenwert.

  • Äußern Sie Verständnis dafür, dass Ihr Kind sich mit seinen Freunden treffen will. Machen Sie aber eindeutig klar, dass die Schule darunter nicht leiden darf. Wer am Nachmittag Zeit für seine Freunde braucht, muss abends lernen. Oder umgekehrt. Denn freie Zeit muss man sich manchmal auch erarbeiten.

Gelegentlich erklären Jugendliche, dass sie zuhause mit jüngeren Geschwistern spielen mussten und deshalb nichts tun konnten.

Meistens wissen Eltern nichts so von einem Muss. Aber Eltern freuen sich natürlich, wenn ein Jugendlicher sich mit einem jüngeren Geschwisterkind beschäftigt. Häufig wird das lobend vermerkt. Wie jedes Lob tut das den Jugendlichen gut.

  • Freuen Sie sich auch weiterhin, wenn Ihr Kind Zeit mit jüngeren Geschwistern verbringt und sagen Sie das auch. Machen Sie aber eindeutig klar, dass dieses Spielen nicht als Ausrede angebracht werden darf und dass das Lernen Vorrang hat.

Achten Sie auch selbst auf ein gutes Zeitmanagement. Ihr Vorbild wirkt mehr als tausend Worte! Machen Sie sich bewusst, dass Sie kein gutes Vorbild sind, wenn Sie nur für den Beruf und für andere Menschen Zeit haben, aber nie für sich! Das gilt besonders, wenn Sie sich selbst über diese mangelnde Zeit beklagen.
Denn so wird Ihr Kind nicht werden wollen und ganz besonders abweisend auf Vorschläge von Ihnen reagieren!

 

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